Schnapszahlen bei #Twentyfourward

So das war mein erster echter 24hforlife.de Einsatz.  Radfahren im Kampf gegen Krebs unter dem Motto #Twentyfourward fand am Wochenende das 24 Foundation Event in Indianapolis statt und ich war mit am Start.

 

Die Geschichte wie ich dahin kam war schon lustig, falls Euch die interessiert schaut einfach hier: https://www.24foundation.org/24facescancer-oliver-stahl/

 

Den ganzen Freitag hat es in Strömen geregnet und so war ich mental schon auf das schlimmste vorbereitet. Aber dann pünktlich zum Aufbruch gegen 17:00 hört es doch tatsächlich auf. Also ab einchecken und an den Start.

 

Zur Eröffnung gab es noch einige Reden vom Bürgermeister von Indianapolis, den Veranstaltern und natürlich auch von Krebs-Überlebenden. Dann noch die Nationalhymne und pünktlich um 19:00 Uhr geht’s los.

 

Die erste Runde auf dem präzise 5 Kilometer langen Kurs rund um die Butler University führten die mitfahrenden Cancer Survivors an. An der Strecke hatten sich recht viele Zuschauer versammelt und an einigen Stellen entlang der Strecke gab es Block Parties, teils sogar mit Bands und Freibier für die Fahrer. Freibier – coole Sache aber: Ich hatte mir 110 Runden vorgenommen also 550 Kilometer – da schien mir Bier nicht ganz die richtige Verpflegung zu sein 😊. Die Veranstaltung zielte aber einfach auf Menschen ab, die für die gute Sache radeln, nicht darauf wer schnellster ist.

 

So tummelten sich eben meist Gelegenheitsfahrer auf der Strecke und das war auch gut so. Ich war da eher ein Exot.

 

Bis Mitternacht war die Strecke auch gut befahren und viele sah ich öfter mal 😉. Pünktlich um Mitternacht gab es dann aber erstmal die Pizza-Party, die konnte ich mir klar nicht entgehen lassen. Man verbrennt ja schließlich genügend Kalorien. Die Rundenzeiten lagen bis dahin relativ konstant bei knapp unter 10 Minuten, und obgleich ich meinen Disziplinator vermisste konnte ich mich zurückhalten und meine Kraft sparen für später. Nach der Pizza-Party wurde es dann aber auch schnell sehr ruhig auf der Strecke, nur sehr wenige fuhren bis tief in die Nacht. Mir war es recht, so konnte ich meine Runden in Ruhe abspulen. Zu so später Stunde lies dann auch die Leistung etwas nach und die Rundenzeiten kletterten auf um die 10:30. Zum Glück gab es rund um die Uhr Versorgung mit Kaffee und die Müdigkeit hielt sich in Grenzen. Anders bei dem einen oder anderen Streckenposten, da lag schon mal einer schlafend auf dem Stuhl. Sei es ihnen gegönnt. Die Freiwilligen und Polizisten, die die Strecke für uns sperrten, haben echt einen tollen Job gemacht.

 

Eine paar Schreckmomente gab es dann aber doch, gegen 4 Uhr früh lief mir ein offensichtlich alkoholbedingt nicht mehr ganz so aufmerksamer Anwohner fast ins Rad. Trotz 15W LED Leuchte und lautem Rufen nahm er mich überhaupt nicht wahr. Als ich dann nach einer heftigen Bremsung vor im Stand hat mich dann doch noch registriert und sich „ein wenig“ erschreckt.

 

Naja gehört halt dazu. Mittlerweile war ich auch allein auf der Strecke und so gab es für ein paar Stunden nur noch meine Playlist und mich.

 

Gegen 6:30 und nach 62 Runden gab es dann erstmal amerikanisch Frühstück – Eier, Speck und Donuts nach 310Km – Yiehhaww.

 

Danach füllte sich die Strecke auch wieder und seit Sonnenaufgang gingen die Rundenzeiten auch wieder unter die 10 Minuten. Nur noch 240Km und noch fast 12 Stunden Zeit - Es lief!

 

Gegen 8:15 kam dann noch ein Kollege an die Strecke und wir verabredeten uns zu einem Cappuccino eine Weile später. Das war in Runde 70 und offensichtlich fand mein Garmin das doof, denn ein paar hundert Meter nachdem ich meinen Kollegen traf quittierte er den Dienst – fristlos. Mist! Nicht nur dass ich dadurch meinen Leistungsmesser und die Daten verlor, jetzt musste ich die Runden mitzählen…wie doof ist das denn?

 

Na ja hilft ja nix also ging es weiter 71, 72…78. Jetzt erstmal nen Cappucino!

 

Nach einer Pause ging es dann weiter, es waren stehen ja noch 32 an. Also rauf aufs Rad…eh rauf!!!…ey warum geht das jetzt auf einmal so schwer? Egal weiter geht’s in die nächsten 16 Runden bis zum Lunch. Die Strecke war wieder gut gefüllt und es kamen auch wieder Zuschauer an die Strecke. Nun galt es ein wenig auf die Familien und Kids aufzupassen, wie gesagt war das ja kein Rennen.

 

In Runde 94 nach 460 Km der nächste „Boxenstopp“ mit Wraps mit Huhn und Hackfleisch! Leute für ein 24 Stunden Event war meine Wegzehrung echt krass…aber lustig. Na ja und zwischendurch gab’s auch mal nen Riegel und mein NOM-Race vom Trainer war auch immer bei mir.

 

So gestärkt ging es in die letzten 80Km bzw. 16 Runden…der Countdown lief bei strahlendem Sonnenschein und immer wieder kam mal ein ‚Go-Oli‘ vom Team. Also 16, 15,….und dann 3,2,1 fertig. 2 Stunden vor der Zeit um 17:00 am Samstag war mein persönlicher Weitenrekord von Trondheim-Oslo gebrochen. Ziemlich genau ein Jahr hatte er Bestand gehabt.

 

Jetzt gab es erstmal ein Eis und was kaltes zu trinken. Dann kurz frisch gemacht und etwas chillen und klönen denn zum Schluss gab es noch eine final Lap mit dem ganzen Team.

 

Am Ende stehen 111 Runden, 555 Kilometer und 1.250 Dollar zu Gunsten das IU Simon Cancer Centers zu Buche – und ein schöner Tag gepaart mit Erschöpfung und den Gewissheiten, dass die Veranstaltung in meinem Gedächtnis bleiben wird und etwas Gutes getan zu haben. So macht Radfahren Spaß.